Zum Feiertag trifft Süß auf Scharf

Für Rosh ha-Shana, Grillhuhn mit Honig

12. SEPT. 2014

Guten Appetit

Von MELISSA CLARK

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Jedes Rosh ha-Shana schmieren Juden Honig auf Apfelscheiben und dicke Stücke Challa, in dem Gedanken, dass eine süße Neujahrsmahlzeit in ein süßes neues Jahr münden wird. Es ist ein symbolisches Ritual, das ich nie hinterfragte, weil es auch lecker ist. Und wer wird so etwas Angenehmes vermissen wollen.

Als ich jedoch grübelte, was ich in diesem Herbst als Feiertagsgericht zubereiten würde, fiel mir etwas anderes ein. Ein paar Gewürze wären eine sehr willkommene Ergänzung – auf dem Tisch und für das kommende Jahr.

Immerhin ist etwas Süßes mit etwas Pikantem zu verbinden ein klassisches kulinarisches Verfahren. Die Süße mildert die Schärfe, während die Chilis das übermäßig Süße dämpfen. Man denke an mexikanische scharfe Schokolade mit Chilipulver, oder, näher am gegenwärtigen Thema, gefillte Fische mit Meerrettichgarnitur. Ein paar wohlplatzierte gehackte Chili-Flocken würden ein ansonsten traditionelles Rosh ha-Shana sehr aufpeppen.

Ich weiß was Besseres, als mit dem Honig, den Äpfeln und dem Challa herumzuspielen, um keine Revolte am Tisch zu riskieren. Das Hauptgericht scheint angemessen, um Schärfe hinzuzugeben: Chili-Flocken.

Normalerweise gibt es bei uns Bruststücke an Rosh ha-Shana, aber dieses Mal wäre ein mit Honig mariniertes Huhn sogar noch besser. Und wenn ich Gemüse in die Pfanne gäbe, um alles in einem Topf zuzubereiten, würde ich mir selbst auch noch Arbeit in der Küche sparen.

Zimmes ist wohl das bekannteste jüdische Feiertagsgericht, ein überbackenes Gemüse-Potpourri, das gewöhnlich aus gehackten Karotten oder süßen Kartoffeln in Orangensaft und mit getrockneten Früchten besteht.

Also tat ich Karotten, Orangensaft und zerkleinerte Datteln auf das Blech, zusammen mit gewürfelten Zwiebeln und etwas Senf für Textur und Aroma.

Das Einzige was fehlte, war Säure um die Aromen auszubalancieren. Ein Spritzer süßer und saurer Balsamico-Essig würde es tun, ich entschied mich aber für den reinen, spritzigen Pfiff von Zitrone. Und lieber als den Saft dazu zu tun, gab ich die Zitrone dazu, blanchierte sie zunächst, um sie zart zu machen und ihr das Bittere zu nehmen.

Am Ende hatte das Gericht alle Geschmacksnoten, nach denen ich suchte: feurig, pikant, komplex uns süß. Aber in wahrer Rosh ha-Shana-Tradition setzte sich die süße Note durch.

Eine chili-mellierte, süß getränkte Marinade, aufgestockt mit frischem Zitronensaft gibt diesen Huhn den feurigen, sirupartigen Charakter. Datteln und Karotten geben der Sauce ihre Textur und zusätzliche Süße, während die Garnitur aus frischen Kräutern und Pistazien ihr Frisch und Biss verleihen. Das Abendessen ist geschmackvoll und adäquat; seine scharfe Marinade macht es zum besonders tollen Hauptgericht für Rosh ha-Shana, dem jüdischen Neujahr. Die Zutaten können 24 Stunden im Voraus bereitgestellt werden, dann muss man es nur noch in den Ofen stellen bevor die Gäste eintreffen, und es in Letzter Minute garnieren. Servieren Sie es mit Couscous, Polenta, Reis oder einem anderen feinen Getreide, das die Sauce aufsaugt.

ZUTATEN

  • 1 Zitrone und 3 Esslöffel frisch gepressten Zitronensaft

  • 2 ½ Teelöffel koscheres Salz, plus mehr für den Topf

  • 3 TL frisch ausgepresseten Orangensaft

  • 4 EL frisches Olivenöl

  • 1 ½ EL körnigen Senf

  • 3 EL Honig

  • 1 Lorbeerblatt

  • ½ bis 1 EL gehackte rote Chiliflocken, nach Geschmack

  •  schwarzer Pfeffer, nach Belieben

  • 1 Huhn zu 2 Kilo, in 8 Stücke geschnitten

  • 3 Tassen geschnittene Karotten (½ cm dick)

  • 1 Zwiebel, halbiert und fein gehackt

  • â…” Tasse zerkleinerte Datteln

  • 1 EL frische Thymianblätter

  • ¼ Tasse gehackten Koriander oder Petersilie, zur Garnitur

  • 2 Schalotten, dünn geschnitten, zur Garnitur

  • ¼ Tasse gehackte und geröstete Pistazien, zur Garnitur

ZUBEREITUNG

4-6 Gerichte

1. Die Zitronen längs vierteln, alle Kerne entfernen. Quer in dünne Ecken schneiden und in einen kleinen Topf zu kochendem, gesalzenen Wasser geben. 2 Minuten blanchieren und abtropfen lassen. Stücke zur Seite stellen.

2. In einer Kasserolle den Zitronensaft, den Orangensaft, das Öl, den Senf, Honig, Salz, das Lorbeerblatt, rote Chiliflocken und schwarzen Pfeffer zusammen rühren, abschmecken. Zum kochen bringen und 5 Minuten simmern. Abkühlen lassen.

3. Huhn in eine Schüssel geben und die Honigmixtur dazu geben. Karotten hinzufügen, Zwiebeln, Datteln, Thymian und blanchierte Zitronenstücke. Mehrere Male umrühren um alles zu bedecken. Mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur marinieren lassen, vorzugsweise auch über Nacht im Kühlschrank.

4. Ofen auf 220° C vorheizen. Alle Zutaten, einschl. der Marinade auf ein Backblech mit Rand geben. Rösten bis das Huhn braun und gar ist, etwa 20 bis 30 Minuten für die Brust und 30 bis 40 Minuten für Schlegel und Flügel (Stücke herausnehmen, wenn sie durch sind). Wenn das Huhn gar ist, den Karottenmix auf dem Blech druchrühren; wenn er zu trocken daherkommt 2 bis 3 EL zugeben. Karotten weiter rösten bis sie zart sind, etwa 7 bis 12 Minuten länger.

5. Karotten über das Huhn verteilen und mit Koriander, Schalotten und den Pistazien verzieren.

Quelle: http://www.nytimes.com/2014/09/17/dining/for-rosh-hashana-roast-chicken-with-honey.html?smid=tw-nytimes&_r=0

Ãœbersetzung: Thorsten Ramin