Kategorie-Archiv: Zentralasien

Kraftausdrücke, Reinheit und Politik – der Kampf um die russische Sprache

Ein Gesetz, das Schimpfworte in den Künsten Russlands verbietet, ist im Juli 2014 in Kraft getreten. Maryam Omidi erörtert die Auswirkungen.

Vom 1. Juli 2014 an werden die Wörter хуй (Schwanz), пизда́ (Fotze), еба́ть (ficken) und блядь (Hure) – ein zotiges Quartett, das man allgemein Mат (Vulgärsprache) nennt – vom Gebrauch in den Künsten in Russland ausgeschlossen. Verstöße gegen das Gesetz ziehen Strafen zwischen 50 bis 1000,-€ nach sich, je nachdem ob es sich um Personen, Rechtspersonen oder eine Organisation handelt. Der Staat greift nicht zum ersten Mal auf diese Art und Weise ein – die Sowjets versuchten ebenfalls die schmutzige Sprache überflüssig zu machen, um die Schönheit der russischen Sprache zu erhalten. Man sieht im vergangenen Monat neben diesem Gesetz die Gesetzes-Debatte in der Duma zum Verbot ausländischer Sprachen, in der Hauptsache Englisch, sowie eine Razzia bei unabhängigen Medien, und man fängt an, einen gefährlichen Versuch zu erahnen, die Information und die Sprache zu zensieren.

Lesen sie den kompletten Artikel

Das Große Spiel: Kapitel 12 – Die größte Festung der Welt

Obwohl bisher das meiste der kaukasischen Region, einschließlich Georgien und Armenien, fest in der Hand von Zar Nikolaus war, und offiziell in das russische Reich integriert, leisteten die muslimischen Stämme in den nördlichen Bergen weiterhin heftigen Widerstand. Die beiden wichtigsten Bereiche, die immer noch der Eroberung harrten, waren Tscherkessien im Westen und Dagestan im Osten. Da sie nicht mehr im Krieg mit den Türken oder Persern lagen, widmeten die russischen Generale ihre ganze Energie der Unterwerfung der kriegerischen Einwohner dieser beiden Bollwerke. Es sollte wesentlich länger dauern als sie erwartet hatten, denn die lokalen Kommandeure zeigten eine brillante Begabung für Berg- und Waldtaktiken. Außerdem hatten sie einen unerwarteten Verbündeten.

Mehr

Vorwort – Das Neue Große Spiel

Anlässlich der Krise auf der Krim

Seit dieses Buch vor sechzehn1 Jahren geschrieben wurde, haben folgenschwere Ereignisse das Gebiet des Großen Spiels erschüttert, die die Tragweite meiner Erzählung wesentlich ergänzen. Plötzlich, nach so vielen Jahren fast kompletter Dunkelheit, steht Zentralasien wieder in den Schlagzeilen, die es im neunzehnten Jahrhundert häufig besetzte, in der Blüte des Großen Spiels zwischen den zaristischen Russland und dem viktorianischen England.

Lesen sie das gesamte Vorwort

Zu weiteren Auszügen aus „Das Große Spiel“

Titel-deutsch

DAS GROSSE SPIEL – Katastrophe

Die Nachricht von dem erschreckenden Schicksal, das Sir Alexander Burnes und seinen beiden Gefährten widerfahren war, ganz zu schweigen von dreißig Sepoy-Wachen und Dienern, sandte eine Welle des Grauens durch die britische Garnison. Zunächst ging das Gerücht um, Burnes sei es gelungen zu entkommen und er sei irgendwo untergetaucht, doch diese Hoffnungen wurden bald zunichte gemacht. Der Mob, der durch das Versagen der Briten zum Handeln ermutigt wurde, wütete inzwischen weiter, entzündete Häuser, plünderte Läden und metzelte jeden nieder, der der Kollaboration mit den Briten verdächtig war. Hier und dort konnte man durch den Tumult und die gellenden Flammen warnende Schreie „Sie kommen … Sie kommen“ hören, denn die Aufständischen rechneten mit schneller und gewaltsamer Vergeltung. Tatsächlich erfuhr man später, dass die Rädelsführer ihre Pferde bereits gesattelt hatten um schnell fliehen zu können. Aber in den Unterkünften schwankten und überlegten Macnaghten und Elphinstone weiterhin und verschwendeten noch mehr wertvolle Zeit. Und das trotz Berichten, das mehrere andere Offiziere, unter anderem Mohan Lal, sich immer noch in der Hoffnung in der Altstadt versteckten, der Rache des Mobs zu entkommen.

Lesen Sie das gesamte Kapitel

Quelle: http://www.thorstenramin.net/Archiv/Links/DGS-Einleitung.html

(Inhaltsverzeichnis – Katastrophe)

 

Die Entfachung des Ostens

Neues Ãœbersetzungsprojekt: Setting the East Ablaze von Peter Hopkirk

Weitere Textproben folgen.

Prolog 

“Ein kalter Wind weht durch den Osten, und die ausgedörrten Weiden warten auf den Funken. Und der Wind weht gen indische Grenze … Mir liegen von überall Agentenberichte vor.” Das erzählt Sir Walter Bullivant, Chef der britischen Geheimdienste, Richard Hannay, dem Helden von Greenmantle, bevor er ihn fortschickt um den kommenden Großbrand aufzuhalten.

Doch die Wahrheit sollte sich, wieder einmal, unwahrscheinlicher als die Fiktion entpuppen. Binnen drei Jahren nachdem John Buchan dies 1916 geschrieben hatte, schworen die Missionare des Bolschewismus den Osten zu entfachen, mit Hilfe des berauschenden neuen Marxismus-Evangeliums als Fackel. Ihr Ziel war es, ganz Asien zu befreien. Doch ihr Ausgangspunkt war Indien, die reichste aller imperialen Besitzungen. Denn Großbritannien, damals noch die führende Imperialmacht, wurde von Lenin als größtes Hindernis für seinen Traum von der Weltrevolution betrachtet. „England,“ erklärte er 1920, „ist unser größter Feind. In Indien müssen wir es am stärksten treffen.“

Mehr…