Kategorie-Archiv: Zentralasien

Der islamische Weg zur modernen Welt

Malise Ruthven

Bald nach Napoleon Bonapartes Einfall nach Ägypten 1798 sandte Bashir Shihab II, der maronitische Herrscher des Libanon, seinen Hofpoeten Niqula al-Tuk nach Kairo, um zu schauen was die Franzosen vorhatten. Al-Turk hielt fest, dass die Franzosen, nachdem sie die mamelukkischen Ritter in Ägypten besiegt hatten (in einer Schlacht, bei der sie einige tausend mamelukkische Ritter abschlachteten, mit prachtvollen Turbanen und bewaffnet mit juwelen-verzierten Krummsäbeln, wobei sie selbst nur neunundzwanzig ihrer eigenen Männer verloren), eine „lange, verzierte Säule” in Kairos Al-Abajiyyah Park in der Nähe des Nil aufstellten, wo die Mamelukken ihre Paläste hatten. Die Franzosen, schrieb al-Turk, nannten diese Säule „den Baum der Freiheit, aber das Volk von Ägypten sagte: Es ist ein Zeichen für den Pfahl, der uns aufspießte als unser Königreich besetzt wurde.”

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Afghanistan: Es ist zu spät

The New York Review of Books. 18. Juni 2017

Von Ahmed Rashid

Als Donald Trumps Verteidigungsminister, James Mattis, diese Woche vor den Verteidigungsausschuss gerufen wurde um über den Konflikt in Afghanistan auszusagen, war er ungewöhnlich offen. „Wir gewinnen in Afghanistan gerade nicht.“ sagte er. Die Taliban führten eine entscheidende Offensive, gab er zu, die Sicherheitslage verschlechtert sich weiterhin, und die afghanische Regierung hält entschieden weniger Territorium als vor einem Jahr. Mit anderen Worten, Aussichten auf ein irgendwie geartetes positives Ende sind so entfernt, wie sie in diesem sechzehnjährigen Krieg noch nie waren – dem längsten Krieg in der amerikanischen Geschichte.

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Das afghanische Schlachtfeld ist komplizierter geworden

ALJAZEERA Meinung, 02.November 2015

Von Ahmed Rashid

Das System in Kabul befindet sich im Zustand der Panik wegen der aktuellen Taliban-Offensive – durch die ihnen seit 2002 die erste Großstadt in die Hände fiel, ein Dutzend Bezirkssitze eingenommen wurde und großflächiger Bodengewinn im gesamten Land. Die Lage hat außerdem die Abwanderung junger Afghanen anschwellen lassen, die sich dem Migrantenstrom anschließen um nach Deutschland zu gelangen. 

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Hitler & die Muslime

von Steve Coll

Ausgabe vom 02. April, 2015

1941 reiste ein Harvard-Anthropologe namens Carleton S. Coon nach Marokko, vordergründig um Feldforschung zu betreiben. Seine wahre Aufgabe war es, Waffen an Rebellen gegen die Deutschen im Atlas-Gebirge zu liefern, im Auftrag des Büros für Strategische Dienste (Officec of Strategic Services, OSS), dem Kriegsvorgänger der CIA. Im folgenden Jahr, als die Vereinigten Staaten sich darauf vorbereiteten Nord-Afrika einzunehmen, verfassten Coon und ein Kollege vom OSS, Gordon Brown, Werbebroschüren, um die lokale Lage vor den bevorstehenden Schwärmen von GIs zu entspannen. Sie einigten sich auf einen religiösen Wortschatz:  „Lob dem einzigen Gott … Die amerikanischen heiligen Krieger sind gekommen … um den großen Gotteskrieg der Freiheit zu führen.“

Die Broschüre war unterzeichnet mit: „Roosevelt.“

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Die weitreichenden Auswirkungen der Einnahme von Kunduz

Financial Times 01. Oktober 2015

Ahmed Rashid

Die Einnahme der nördlichen afghanischen Stadt Kunduz durch die Taliban ist ein katastrophaler Schlag für die bedrängte Regierung von Präsident Ashraf Ghani, der seit einem Jahr im Amt ist. Doch für die Region hat sie noch viele weitere Folgen.

Es ist ein bezeichnender Rückschlag für die USA und die NATO, die viel Blut und Geld gelassen haben, um Afghanistan seit 2001 zu sichern, aber die meisten ihrer Kräfte dieses Jahr zurückzogen, trotz klarer Warnzeichen, dass die Lage im Norden sich verschlechterte. Es sind noch immer 9800 US- und NATO-Angestellte im Land, und Präsident Barack Obama hat versprochen, sie im nächsten Frühjahr abzuziehen.

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Türkei tritt im Kampf gegen den Islamischen Staat aus dem Schatten

BBC SOUTH ASIA NEWS 1. AUGUST 2015

Von Ahmed Rashid.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogankommt am Samstag zu einem Treffen mit Premierminister Nawaz Sharif nach Pakistan, da Ankara sich als einer der Hauptakteure der Region neu aufstellt, schreibt der Autor und Journalist Ahmed Rashid.

Von Ahmed Rashid.

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Warum Afghanistans Anrainer Drogenzustrom befürchten

 BBC 02. Juni 2015

Von Ahmed Rashid

Die Angst besteht davor, dass mehr Drogen Afghanistan über Zentralasien verlassen.

Könnten vermehrte Kämpfe im Norden Afghanistans zu einem Anstieg der Drogenflüsse führen, die Tadschikistan und Zentralasien Richtung Russland und Europa durchqueren? Das fragen sich hohe Vertreter dort.

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Warum die Pakistaner sich nach Stabilität sehnen?

BBC NEWS, 29. August 2014

Von Ahmed Rashid

Pakistan braucht und verdient bessere Anführer – aber es braucht auch Stabilität und ein Ende der Partien zwischen Politikern und Generälen, erörtert Gastkolumnist Ahmed Rashid.

Als Imran Khan vor drei Wochen seine Bewegung gründete, die für den Rücktritt von Premierminister Nawaz Sharif und neue Wahlen steht, dachte der Ex-Kricketspieler, die Nation würde zu seinen Gunsten aufstehen.

Die Massen sollten nach Islamabad strömen und die bloße Anzahl die Regierung entsetzen und zum Abdanken zwingen. Letzten Endes war Herrn Sharif erstes Amtsjahr bisher ziemlich glanzlos. Alle Probleme, die sich ihm vor einem Jahr stellten, haben sich verschlimmert.

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Kraftausdrücke, Reinheit und Politik – der Kampf um die russische Sprache

Ein Gesetz, das Schimpfworte in den Künsten Russlands verbietet, ist im Juli 2014 in Kraft getreten. Maryam Omidi erörtert die Auswirkungen.

Vom 1. Juli 2014 an werden die Wörter хуй (Schwanz), пизда́ (Fotze), еба́ть (ficken) und блядь (Hure) – ein zotiges Quartett, das man allgemein Mат (Vulgärsprache) nennt – vom Gebrauch in den Künsten in Russland ausgeschlossen. Verstöße gegen das Gesetz ziehen Strafen zwischen 50 bis 1000,-€ nach sich, je nachdem ob es sich um Personen, Rechtspersonen oder eine Organisation handelt. Der Staat greift nicht zum ersten Mal auf diese Art und Weise ein – die Sowjets versuchten ebenfalls die schmutzige Sprache überflüssig zu machen, um die Schönheit der russischen Sprache zu erhalten. Man sieht im vergangenen Monat neben diesem Gesetz die Gesetzes-Debatte in der Duma zum Verbot ausländischer Sprachen, in der Hauptsache Englisch, sowie eine Razzia bei unabhängigen Medien, und man fängt an, einen gefährlichen Versuch zu erahnen, die Information und die Sprache zu zensieren.

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