James Bond ist zurück,
aber taugt er überhaupt etwas ohne Fleming?

Dem umjubelten britischen Romanautoren William Boyd fällt die unmögliche Aufgabe zu, mit Solo einen neuen Bond-Roman herbeizuzaubern, aber kann sich seine Leistung an Ian Flemings Werk messen? Fragt sich Robert McCrum.

von Robert McCrum

The Daily Beast 5. Oktober 2013

Zwei englische Außenseiter fanden im Zweiten Weltkrieg den Auslöser für ihre Werke. Für Winston Churchill, den geborenen Autoren, ergab die Nazi-Bedrohung das Rohmaterial seines Lebens. Geschichte, Reden, Memoiren, Essays, den Nobelpreis … in Churchills Biographie ist der Krieg die Gabe, die weiteres ergab.
Für Ian Fleming, der nur ein paar hundert Meter vom Premierminister entfernt arbeitete, in Zimmer 39 der Admiralität, war der Kampf gegen die Nazis ein Geschenk des Himmels. Dieser unruhige Eigenbrödler hatte sich bald nach dem Fall Frankreichs beim Geheimdienst der Marine eingeschrieben. Geheime Operationen und verdeckte Kriegslisten sorgten bei dem einzelgängerischen alten Eton-Absolventen mit einem Hang zu sado-masochistischen Sex-Praktiken, für ein Seinsmotiv und anschließend für seine Inspiration.

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