US-Verteidigungsminister Chuck Hagel trifft in Pakistan zu Gesprächen ein 9.12.2013

Das Verhältnis zwischen den USA und Pakistan ist angespannt angesichts von Protesten gegen Drohnenangriffe, die Lieferungen der USA aus Afghanistan zum Erliegen brachten

Associated Press in Islamabad

The Guardian, Montag 9.Dezember 2013

Chuck Hagel trifft den neuen pakistanischen Armeechef General Raheel Sharif. Er wird auch Premierminister PM Nawaz Sharif treffen.

Bild: AFP/Getty Images

Der US-Verteidigungsminister Chuck Hagel ist in Pakistan eingetroffen, um sich mit dem Premierminister Nawaz Sharif und dem neuen Armeechef des Landes zu treffen, in der Hoffnung, das angespannte Verhältnis zwischen Washington und Islamabad zu verbessern.

Sein Besuch folgt auf die Unterbrechung von US-Lieferungen aus Afghanistan, über die größten Grenzübergänge nach Pakistan. Anti-amerikanische Proteste entlang der Strecke in Pakistan haben die Amerikaner aufgrund von Sicherheitsbedenken dazu gebracht, die Lieferungen vom Tor von Torkham durch Karatschi letzte Woche einzustellen,.

Die Proteste richten sich gegen das Drohnenprogramm der CIA, durch das viele Terroristen getötet wurden, das aber auch zivile Opfer forderte. Pakistan nannte die Drohnenangriffe einen Verstoß gegen die Souveränität des Landes, aber Islamabad und das pakistanische Militär haben in der Vergangenheit zumindest einige der Angriffe unterstützt.

Shireen Mazari, der Informationsminister der PTI1, sagte in einer Stellungnahme am Montag, dass die Regierung ein Ende der Drohnenangriffe fordern solle.

Die pakistanische Regierung blockierte die Wege nach den US-Luftangriffen, durch die im November 2011 unabsichtlich zwei Dutzend Soldaten an der afghanischen Grenze getötet wurden, für sieben Monate. Pakistan gab den Zugang zu den Wegen wieder frei, nachdem die USA sich entschuldigt hatten.

Die Kluft führte dazu, dass die USA die meisten Hilfen an Pakistan einstellten, aber im Juli 2012 wurden die Beziehungen wiederhergestellt. Seitdem haben die USA mehr als 1,15 Milliarden Dollar (etwa 840 Millionen Euro) in Sicherheitsleistungen an Pakistan geliefert, einschließlich moderner Kommunikationsausrüstung, Störer für Sprengfallen, Nachtsichtgeräte und Flugüberwachung.

Ein ranghoher Vertreter des Verteidigungsministeriums sagte, diese Themen würden bei Hagels Treffen besprochen werden, und bestätigte die anhaltenden Spannungen zwischen den beiden Ländern. Im vergangenen Jahr hat sich die Beziehung zwischen Washington und Islamabad verbessert, und Sharif traf Präsident Obama und Hagel im letzten Oktober in Washington.

Hagel soll den pakistanischen Anführern sagen, dass die USA die langfristige Öffnung der Grenzen wollen, sagte der Vertreter.

Die USA waren ebenso enttäuscht wegen Pakistans Unwillen, das terroristische Haqqani-Netzwerk ins Visier zu nehmen, das an der Grenze operiert und Angriffe auf die USA und Koalitionstruppen in Afghanistan leitet.

Vertreter des Verteidigungsministeriums gaben an, Hagel sei die erste hochrangige Amtsperson aus den USA, die Raheel Sharif treffe, der das Amt als Chef der mächtigen Armee Ende letzten Monats antrat.

Nach ihrem Treffen in Rawalpindi, wiederholten Hagel und Sharif ihren Wunsch, daran zu arbeiten das Verhältnis der Länder zu stabilisieren.

Der letzte Chef des Pentagons, der Pakistan besuchte, war Robert Gates im Januar 2010.

Hagel flog von Pakistan nach Afghanistan, wo er amerikanische Truppen besuchte, aber sich weigerte, Präsident Hamid Karzai zu treffen, der die USA verärgert hat, indem er sich weigerte vor Jahresende ein Sicherheitsabkommen zu unterzeichnen.

Source: http://www.theguardian.com/world/2013/dec/09/chuck-hagel-usa

Ãœbersetzung Thorsten Ramin

1 Die Pakistanische Tehreek-e-Insaf (PTI) (deutsch Pakistanische Bewegung für Gerechtigkeit; englisch Pakistan Movement for Justice; Urdu ‏‫پاکستان تحريک انصاف‬‎) ist eine politische Partei in Pakistan, die von Imran Khan, einem ehemaligen Cricketspieler, gegründet wurde.

 

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