Top 10 der ungezogenen literarischen Schlingel

Der Autor von Literarische Spitzbuben: Eine skandalöse Geschichte von Autoren auf Abwegen führt die berüchtigten Schriftsteller auf, die auf großem Fuß lebten und sich daneben benahmen.

7 Feb. 2013

Sie mögen so Generationen-bestimmende Klassiker wie Der Große Gatsby und Unterwegs geschrieben haben, aber vermutlich gingen sie genau so oft auf abenteuerliche Gelage, wie sie auf der Bestsellerliste landeten. Sie waren geradeheraus und polarisierend, sie lebten schnell und starben sehr oft jung. Sie waren die bösen Jungs und Mädchen der abendländischen Literatur, die literarischen Schlawiner.

Von links nach rechts die Autoren Anne Sexton, Zelda und F. Scott Fitzgerald, und Oscar Wilde. (AP (2); Getty (1))

10. Oscar Wilde

Der Dichter Oscar Wilde trank Absinth, rauchte opium-getränkte Zigaretten, trug seine Haare lang und außerordentliche Fellmäntel über seinen kunterbunten Anzügen. Von Zollbeamten in Amerika darauf angesprochen, ob er etwas zu verzollen habe, antwortete er: „Nur meinen Intellekt.“ Er wurde aufgrund von „grober Unzucht” verurteilt wegen homosexuellen Verkehrs, was seine Karriere als Dramatiker und Dichter praktisch beendete.

9. Ernest Hemingway

1934 feierte Vanity Fair Ernest Hemingway mit einem Satz Schnittfiguren, bestehend aus auswechselbarem Matador, Höhlenmenschen, Lebemann, Fischer und Soldaten. Das Magazin zollte Papa Hemingways überlebensgroßen Ruf Zoll, den er zum großen Teil seinen versoffenen Lügengeschichten, die er so gern erzähltete, schuldete. Ein paar seiner Geschichten stimmten sogar: Zum Beispiel lief er einmal von einem Flugzeugabsturz davon – auf direktem Weg zu einer Bar, wo er einen Drink bestellte.

8. Anne Sexton

Anne Sexton war in den 60-ern und 70-ern bahnbrechend mit ihrer ehrlichen Beicht-Poesie, die sie gelegentlich vor ihrer eigenen experimentellen Kapelle, Anne Sexton and her Kind, vortrug. Sie war alkohol- und Schlaftablettenabhängig, was beides häufig als Thema in ihren Arbeiten auftaucht. In einem Gedicht schrieb sie, ihr Drogenmissbrauch sei ihre Art für ihren abschließenden Selbstmord zu üben, wie ein Sportler „in Form bleibe“. Sie war 45, als sie sich schließlich das Leben nahm.

7. Truman Capote

„Ich bin Alkoholiker. Ich bin drogensüchtig. Ich bin homosexuell. Ich bin genial.“ erklärte Truman Capote mit absolutem Ernst. Seine Kritiker waren sich einig: Sein „Tatsachenroman“ Kaltblütig war wirklich die Arbeit eines Genies. Unglücklicherweise hat Capote nie ein anderes Buch zu Ende geschrieben und verbrachte seine letzten beiden Jahrzehnte damit, sich im Talkshow-Zirkus zu äußern und seine Nächte in Läden wie dem Studio 54 durchzufeiern.

6. Bret Easton Ellis

Bret Easton Ellis war eine Art Marylin Manson der 80-er und 90-er. Er bekam aufgrund seines kontroversen Romans (American Psycho) Todesdrohungen, erzürnte Kritiker, und sprach in Interviews offen über seinen Drogenmissbrauch. Er veranstaltet immer noch ein Mordsgetöse auf seinem Twitter feed, @breteastonellis, den das New York magazine sein “wirkliches Kunstwerk” nannte.

5. Dorothy Parker

Dorothy Parker rauchte, trank, und trieb sich herum – alles, was ihre männlichen Kollegen im Algonquin Round Tableauch taten. Dummerweise übertrieb sie es ein wenig mit Alkohol und Zigaretten (sechs Packungen am Tag), was sie zwang, ein höllenmäßiges Parfüm zu benutzen, um den Duft ihrer Laster zu übertünchen. Sie war bestens bekannt für ihren Querdenkerhumor und dafür, keine Angst davor zu haben sich frei zu äußern. „Es gibt keinen Roman, den man einfach so wegschmeißen kann. Man sollte es mit größter Anstrengung tun.“ schrieb sie einmal, nachdem sie ein furchtbares Buch gelesen hatte.

4. Edgar Allan Poe

Ich habe überhaupt kein Vergnügen an dem Genussmittel, in dem ich mich manchmal so wild suhle.“ schrieb Poe, und bezog sich auf seinen Alkoholmissbrauch. Poe trank aus denselben Gründen, aus denen er schrieb: um seine Depressionen zu lindern, die wie „ein unsterblicher Wurm in ihm“ waren, laut seinem französischen Übersetzer und literarischen Lümmelkollegen, Charles Baudelaire. Seine haufenweisen Geschichten und Gedichte änderten kaum etwas an seiner ewigen Armut, während sein Alkoholismus ihn viele Archivposten und, schließlich, sein Leben kostete.

„Literarische Lausbuben: Eine umrankte Geschichte verwegener Autoren.“ Von Andrew Shaffer. $14.99; Harper Perennial; 320 Seiten.

3. Zelda and F. Scott Fitzgerald

F. Scott Fitzgeralds erster Roman verkaufte sich in seinem ersten Jahr über 50 000 mal, und verschaffte ihm dauerhafte Bekanntheit. Fitzgerald und seine Frau, die Autorin Zelda Fitzgerald, feierten während der Prohibition wild und gingen mit dem Rest des Landes während der Großen Depression unter. „Natürlich bis du ein Schluckspecht,“ schrieb Hemingway einmal an Scott, womit er versuchte den unglückseligen, alkoholsüchtigen Autor aufzumuntern. „so wie alle guten Schriftsteller.“ Bedauerlicherweise wurde Zelda wegen Schizophrenie eingewiesen, und Scott starb mit 44, nachdem er zwei Herzanfälle erlitten hatte.

2. Hunter S. Thompson

„Ich hasse es, Alkohol, Gewalt oder Wahnsinn vor irgendwem zu rechtfertigen, aber mir taten sie immer gut.“ stellte Hunter S. Thompson einmal vor einem Haufen College-Studenten fest. Obwohl bekannt für seine Hochstapelei und das Schönreden seiner Artikel, war Thompson ein ehrlicher Drogenabhängiger, sehr zur Bestürzung seiner Herausgeber, Freunde und Familie. Einmal bewarb er sich für das Amt des Sheriffs von Pitkin County in Colorado, als Kandidat der Friedensbewegung, mit dem Versprechen, Drogen zu entkriminalisieren. (Er verlor.)

1. Lord Byron

Es erscheint wein wenig überraschend, dass Lord Byron überhaupt Zeit fand, um Gedichte zu schreiben. Man sagte ihm nach, er habe in seinem Leben mit hunderten Männern und Frauen geschlafen. Auch schwängerte er seine Halbschwester, trank Wein aus einem Menschenschädel, schoss im Haus mit Pistolen, verprasste törichterweise sein Erbe und bereiste die Welt auf der Suche nach Abenteuern. Nur eins schien seine Triebe zu stillen: „Ein interessantes Buch ist mein einziges Beruhigungsmittel.“ sagte er.

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Andrew Shaffer ist der Autor von Literary Rogues: A Scandalous History of Wayward Authors und Great Philosophers Who Failed At Love.

Für Fragen wenden Sie sich bitte an editorial@thedailybeast.com.

 

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