Literaturfestival Islamabad

Literaten stürmen nach Islamabad

DAWN 30.April 2013

Von Ahmed Rashid.

Ich habe an verschiedenen Vorträge auf dem Literaturfestival von Islamabad gegeben, dass von der Universitätspresse in Oxford am 30.April und 1.Mai organisiert wurde. Es war ein großer Spaß. Hier einige Auszüge aus meinen Referaten.

ISLAMABAD: Am ersten Tag des Literaturfestivals von Islamabad stand Englische Literatur von pakistanischen Autoren im Mittelpunkt.

Es gab zwei Vorträge neben Ahmed Rashids lebendigen non-fiktionalen Lesungen. Und es kam ans Tageslicht, dass er in jüngeren Tagen auch Gedichte geschrieben hat.

Er saß der Lesung über „Englische Romane im neuen Jahrtausend“ bei, so hießen der Vortrag und die Dia-Show von Muneeza Shamsie. Sie gab eine schöne Vorführung von einem Dutzend Autoren, mit kurzen Zusammenfassungen

Ahmed Rashid zögerte nicht zu fragen, warum sie Daniyal Mueenuddin, den Autor der viel gerühmten Romane In other Rooms und Other Wonders, und was war mit Mohsin Hamids Büchern? Sein Buch The Reluctant Fundamentalist (Der schüchterne Fundamentalist) ist verfilmt worden und kam gerade heraus.

Es stellte sich jedoch heraus, dass Muneeza Shamsie Mohsin Hamids Arbeiten herangezogen hatte, einschließlich genanntem Buch und seinem letzten, How to Get Filthy Rich in Emerging Asia (etwa: Wie man im aufblühenden Asien schweinereich wird).

Ein Teilnehmer wollte wissen, ob viele der Autoren in englischer Sprache zur pakistanischen Diaspora gehörten, die im Ausland leben. Muneeza Shamsie erklärte, dass der Begriff nicht eindeutig sei, viele Autoren leben eine Weile im Ausland, dann wider in Pakistan, und vielleicht gehen sie wieder ins Ausland. In vielerlei Hinsicht obliegt es dem Autor oder der Autorin sich als Person zu festzulegen. „Und ist das wirklich wichtig, solange die Literatur wertvoll ist?“

Man zeigte sich auch andersartigen Genres gegenüber offen: Poesie, Romane, Kurzgeschichten und sogar non-fiktionale Literatur. In der Vergangenheit waren Autoren und Leser festgelegter und formalistischer. Zu unserer Zeit, mit neuen Medien, ist jeder offener geworden.

Es sticht vielleicht nicht ins Auge, warum ein Land wie Pakistan, mit mindestens einem halben Dutzend Hauptsprachen, und noch mehr Dialekten, auch noch eine englische Literatur haben sollte. Dennoch, Englisch ist in Pakistan eine Hauptsprache, und Muneeza Shamsie erklärte, dass sie, als sie jung war, in ihrer jugendlichen Schulzeit, feststellte, dass ihr Englisch leichter fiel als Urdu.

Heute gehen viele Junge auf englische Mittelschulen und fühlen sich wahrscheinlich in dieser Sprache wohler als in der Muttersprache, vor allem wenn sie sich auch im Ausland weiter fortbilden, in einer globalisierten Umgebung.

Athar Tahir gab eine kurze historische Übersicht der englische Literatur des Subkontinents, und erklärte das Englische habe in gewisser Hinsicht das Persische abgelöst. Es gab auch eine Debatte über Englisch als Kolonialsprache.

Er verwies auf die pulsierenden späten 60-er und 70-er Jahre, und sagte Schulen sollten mehr über pakistanische Schreiber lehren, die Englisch schreiben.

„Denn so werden sie groß.“ sagte er. „Wir unterrichten über afrikanische und indische Schriftsteller-„ Der Dichter Harris Khalique betonte das, „Es geht nicht um Sprache. Dichtung ist meine Leidenschaft, Pakistan ist mein Land und Südasien mein erweitertes Gebiet.“

„Dieser Teil der Welt war immer mehrsprachig.“ sagte er, und fügte hinzu, dass seiner Meinung nach junge Leute wenig Interesse an Urdu-Poesie hätten, und wenig davon verstünden. „Es ist auch wichtig Englisch zu benutzen.“ sagte er, „Es setzt mich in Verbindung mit der weiten Welt. Und wenn, zum Beispiel, ein polnischer Autor ins Englische übertragen wird, kann ich ihn auch lesen.“ sagte er.

Ilona Yusuf betonte die Rolle der Verlage. „Ich schrieb in Einsamkeit als ich jung war.” sagte sie, und drückte die Hoffnung aus, Verlagshäuser könnten Treffpunkte und Foren für Autoren sein. Der Dichter Harris Khalique betonte diesen Punkt.

Ilona Yusuf sagte, sie bewundere die guten Arbeiten der (inzwischen aufgelösten) Alhamra Publishing und ihrem Leiter Shahiq Naz. Vor kurzem veröffentlichte eine kanadische Poesiezeitschrift mit Namen Vallum eine Extraausgabe über pakistanische Poesie, herausgegeben von Ilona Yusuf und Blain Marchand, als Gastredakteure. Man stimmte überein, dass solche Bemühungen wichtig seien.

„Manchmal denke ich, der Markt für englische Literatur ist in Pakistan nicht groß genug. Aber das glaube ich nicht.“ sagte Muneeza Shamsie und wies auf die wichtige Rolle der Schulen hin, der neuen Literatur mehr Beachtung zu schenken.

Ahmed Rashid sagte, es bestehe Bedarf an Übersetzungen aus der Englischen Literatur ins Urdu, was früher eher verbreitet war. Er wies das aufmerksame Publikum darauf hin, dass, damit das auch geschehe, Bedarf an Spenden und Unterstützung bestehe.

Quelle: http://www.ahmedrashid.com/publications/pakistan/articles/

Ãœbersetzung: Thorsten Ramin

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