Jude Law und Damon Albarn appellieren an Russland die Greenpeace-Aktivisten freizulassen

Schauspieler und Musiker schließen sich 800 Menschen vor der russischen Botschaft in London an, um Protestierende zu unterstützen, die verhaftet wurden, weil sie eine Bohrinsel geentert haben

Press Association

theguardian.com, Samstag 5. Oktober 2013

(Von links) Damon Albarn, Jude Law und Paul Simonon mit Plakaten vor der russischen Botschaft in London.

Bild: Ik Aldama/Demotix/Corbis

Jude Law und Damon Albarn haben sich einer Demonstration im Zentrum Londons angeschlossen, die sich gegen die Inhaftierung von 30 Greenpeace-Aktivisten richtet, und nach einer Protestaktion auf einer arktischen Ölbohrinsel erfolgte.

Etwa 800 Leute versammelten sich vor der russischen Botschaft um Druck auf Russland auszuüben, die Gruppe auf freien Fuß zu setzen, zu der sechs Briten gehören.

In Folge der Protestaktion auf der Meeresplattform im Petschora-Meer, die dem staatlich kontrollierten Energieriesen Gazprom gehört vom 18. September beschlagnahmte die russische Küstenwache das Schiff Arctic Sunrise und nahm jeden an Bord fest. Die Aktivisten befinden sich jetzt in Haft, in der nördlich gelegenen Stadt Murmansk.

Law sagte, er „übe sein Recht auf friedlichen Protest“ auf der Demonstration aus, wo sich ihm ebenfalls Paul Simon von the Clash anschloss.

Law und Albarn, die mit einem der Verhafteten, Frank Hewetson, befreundet sind, sagten, die Verhaftungen seien eine internationale Schande.

Ich gebe mein Gesicht und meine Physis der Masse der Unterstützer.“ sagte Law. „Die Tatsache, dass eine Verurteilung droht, hielt sie nicht ab. Was grotesk ist, ist dass sie wegen Piraterie angeklagt wurden, was 15 Jahre Gefängnis bedeuten kann.“

„Natürlich mache ich mir Sorgen um Frank, denn ich denke an seine Familie und an ihn, denn ich weiß, dass er unglaublich stur ist.“

„Ich glaube, es ist sehr interessant, dass die Leute dort drüben vermutlich wussten, dass es zu einer Verhaftung und einer Verurteilung kommen würde, und das ist wahrscheinlich ein wesentlicher Bestandteil der Aktion, auf die Bohrungen in der Arktis aufmerksam zu machen, von denen wir alle wissen, dass es ein internationales Problem ist, mit dem man sich auseinandersetzen muss.“

Die Demonstranten auf der Veranstaltung standen schweigend hinter Fahnen, die „Befreit die Klima-Verteidiger“, „Aufklärer, nicht Piraten“ und „Befreit Arctic 30“ verkündeten.

Der britische freie Kameramann Kierin Bryan und die britischen Aktivisten Hewetson, Philip BAll, Alexandra Harris, Anthony Perrett und Ian Rogers sind wegen der Protestaktion angeklagt.

„Im allgemeinen Verständnis der Russen scheint es ein etwas anderes Verständnis darüber zu geben, für was Aktivismus eigentlich steht.“ sagte der Musiker Albarn.

„Neun von zehn Leuten, die friedlich demonstrieren, ob mit Musik oder durch die Besetzung von Ölplattformen, tun es, weil sie glauben, dass was sie sagen der gesamten Gesellschaften zugute kommt.“

„Mann muss sich entsinnen, dass wenn die russische Regierung diese Rethorik benutzt, sie tatsächlich anti-humanitär ist. Und das ist eine Schande, denn vermutlich setzen wir Leute in Machtpositionen um sich um uns zu kümmern, unglücklicher weise tun sie das meist nicht.“

„Ich möchte meine Unterstützung für Frank zum Ausdruck bringen, für seine und all die anderen Familien, denn das ist schließlich eine sehr humane Sache. Es gibt Leute, die sind schrecklich besorgt um ihre Lieben.“

„Alle sind besorgt, denn es geht um Russland, und sie haben einen schlechten Ruf was das Beugen vor internationalem Druck angeht.“

„Sie müssen verstehen, dass diese Leute keine Bedrohung sind. Es handelt sich um etwas zutiefst menschliches. Es ist kein politisches Problem.“

Source:http://www.theguardian.com/world/2013/oct/05/jude-law-damon-albarn-greenpeace-protest

Ãœbersetzung: Thorsten Ramin

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