Bitte haltet ein mit dem Neuentwurf des T. rex

Von Alexandra Petri

23. May 2016

Ich hatte mich noch nicht ganz von der Entdeckung erholt, dass Tyrannosaurus rex offenbar in eine Art Federkleid gehüllt war, als letzte Woche die Neuigkeit reinplatzte, dass T. Rex vielleicht sogar beides besaß, ausgeprägtes Zahnfleisch und Lippen. Immerhin behauptete Robert Reisz von der Kanadischen Gesellschaft für die Paläontologie der Wirbeltiere, die Zähne des Echsenkönigs hätten eine Schicht Zahnschmelz besessen, die geschützt worden sein müsse und befeuchtet. Wie sonst als durch Lippen?

Hier die Zeichnung eines Künstlers, wie T-rex ausgesehen haben soll, minus die Lippen.

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Schauen Sie sich dieses schreckliche Ding an. (Matt Martyniuk, Life restoration of Tyrannosaurus rex based on specimen AMNH 5027. Attribution-ShareAlike 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0)

Wie soll man dieses Wesen beschreiben, dass Paläontologen uns weiterhin auspacken?

– das traurigste und unglaubwürdigste Huhn der Welt?

– der T Rex war zu einer Kostümparty eingeladen, deren Thema Vögel und Echsen war, und der T. Rex konnte sich nicht entscheiden und entschied sich für beides, aber es stellte sich gerade heraus, dass beide Themen falsch waren, aber sein Weg war so weit, darum blieb er hartnäckig.

ein verzauberter Echsenprinz, dessen Schwester gerade fast fertig war mit einem Distelhemdchen für ihn, damit sie den Fluch brechen konnte, aber sie war noch nicht mit den Armen fertig und darum kleben für immer kleine grässliche Flügel an ihm

– das missglückte Straußenkostüm eines Pärchens

– so wie sich alle Frauen ohne Selbstwertgefühl in der Dove-Werbung gegenüber dem Zeichenkünstler über ihr Aussehen äußern (Ziegengesicht, krumme Stelzen, traurig kurze Arme, Wampe, Nackenhaare)

– wenn man einem gutmütigen Hund erzählte, er würde wie Vögel aussehen, und dann würde der Hund versuchen, sich wie einer anzuziehen, und man hätte nicht die Eier ihm zu sagen, er habe es falsch verstanden

eine schreckliche Echse in dem Sinn, dass er WIRKLICH NICHT SO GUT DARIN IST eine Echse zu sein

– wenn man schnell festhalten würde, wie eine große Echse aussehen müsste und dann würde man sich schließlich hinsetzen und sie malen und dann könntest du deine Handschrift nicht lesen, und du weißt, dass es nicht stimmt, aber was soll der gekrikelte Satz, der aussieht wie „gebeugter, dickbäuchiger, sonnenverbrannter Truthahn“ sonst heißen?

– die Körperform, von der alle Kosmetikwerbespots unheilvoll und indirekt behaupten, sie sei die Alternative

– ein Vogelbeckendinosaurier (Triceratops), der von einer Kommission entworfen wurde

und das Bild wurde nicht trocken und heraus kam dabei das hier

und was es auch immer sein sollte, es nahm den Kopf von seinem Kostüm ab und fing sich einen schrecklichen Sonnenbrand ein, und jetzt will kein Tourist am Time Square mehr ein Foto von ihm machen

Was ich sagen will ist, bitte, liebe Paläontologen, haltet ein.

Quelle: https://www.washingtonpost.com/blogs/compost/wp/2016/05/23/please-stop-redesigning-the-t-rex/?tid=sm_tw

Übersetzung: Thorsten Ramin