Ali Haider Gilani, Sohn von Pakistans ehemaligem Premierminister, entführt

Bewaffnete erschießen Helfer und verletzen mehrere andere, einschließlich einem Kandidaten, am letzten Tag des Wahlkampfs, sagen lokale Berichterstatter

Von Jon Boone, Islamabad

guardian.co.uk, Donnerstag 9. Mai 2013

Der Angriff auf den Sohn von Yousaf Raza Gilani könnte Pakistans historische Wahlen, die am Samstag stattfinden sollen, ernsthaft stören.

Photograph: Mian Khursheed/Reuters

Ein Spross einer der bekanntesten Politikerfamilien Pakistans ist angeschossen und entführt worden, während er am letzten Tag des Wahlkampfes im Land um Stimmen warb.

Ali Haider Gilani, Sohn des ehemaligen Premierministers, wurde in seinem Heimatbezirk in der Stadt Multan verschleppt, nachdem unbekannte Bewaffnete eine Versammlung der Pakistanischen Volkspartei (PPP) attackiert hatten.

Lokale Medien berichteten, dass einer seiner Helfer im Chaos der Schüsse starb und mehrere andere verletzt wurden, einschließlich Haider, der Berichten zufolge blutete als er in ein Auto gezogen und weggebracht wurde.

Der Angriff auf den Sohn von Yousaf Raza Gilani, der im letzten Juni als Premierminister ausschied, hat das Potential die historischen Wahlen im Land ernsthaft zu stören, die am Samstag stattfinden sollen.

Die Familie, die lange Zeit lokalen Einfluss als Hüter des Heiligtums genoss, hat angekündigt, die Wahl zu boykottieren bis Haider zurückgekehrt ist.

Haider kämpfte um einen Sitz in der Provinzversammlung des Punjab, während drei andere Mitglieder der Familie, mitunter seine zwei Brüder, um Sitze in der Nationalversammlung ringen.

Die Behören befürchteten schon lange, dass eine Zunahme der Gewalt die Wahlbeteiligung schwächen könnte.

Am Donnerstag berichtete Reuters, dass der pakistanische Taliban-Anführer, Hakimullah Mehsud, schriftliche Anweisungen erteilt hat, in denen Kämpfer angewiesen wurden während der Wahlen am Samstag im ganzen Land Selbstmordattentate zu begehen.

„Wie erkennen das System der Ungläubigen, das sie Demokratie nennen, nicht an.“ schrieb er in dem Brief vom 1. Mai.

Die Familie Gilani gab an, sie habe bei der Polizei angezeigt, dass sie Todesdrohungen von den Taliban erhalten habe, aber keinen ausreichenden Schutz erhalten hätte.

Beobachter sagen, die Taliban haben durch einen Feldzug der Gewalt, der sich gegen die drei säkularen Hauptparteien richtete, alle Parteien eingeschüchtert und sind zum ersten Mal zu einer politischen Kraft mit nationalem Einfluss geworden.

Die Provinz Punjab ist indessen weitgehend von Gewaltübergriffen auf Kandidaten im restlichen Land verschont geblieben.

Quelle: http://www.guardian.co.uk/world/2013/may/09/ali-haider-gilani-son-pakistan-prime-minister-abducted

Ãœbersetzung: Thorsten Ramin

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