Zäune: Ein Brexit Tagebuch

Zadie Smith

AUGUST 18, 2016 ISSUE

Zurück in der alten Nachbarschaft in Nord-West-London nach einer langen Abszenz, lief ich hinter der Grundschule her und spürte eine Veränderung. Viele meiner längsten Freunde waren hier einst Schüler, und letztens als ein Krankheitsfall in der Familie uns für ein Jahr zurück nach England beförderte meldete ich meine Tochter an. Es ist ein sehr hübsches voktorianisches Ziegelsteingebäude, und war lange Zeit in besonderer Behandlung, eine Beurteilung der Schulaufsuchtsbehörde namens Ofsted, und hatte das niedrigste Prädikat erhalten, das es für eine staaltliche Schule gibt. Viele Eltern werden, wenn sie eine derartige Beurteilung lesen, selbstverständlich durchdrehen und ihre Kinder woanders unterbringen; andere, die sich selbst ein Bild machen, sehen, was Ofsted weil es sich in erster Linie an Daten hält nicht mit Menschenaugen sehen kann, werden Ofsteds Erfahrung anzweifeln und dabei bleiben. Noch andere können nicht gut Englisch lesen, oder sind daheim nicht am Netz, oder haben nie von Ofsted gehört, geschweige denn jemals daran gedacht, seine Webseite genauer anzuschauen.

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Der islamische Weg zur modernen Welt

Malise Ruthven

Bald nach Napoleon Bonapartes Einfall nach Ägypten 1798 sandte Bashir Shihab II, der maronitische Herrscher des Libanon, seinen Hofpoeten Niqula al-Tuk nach Kairo, um zu schauen was die Franzosen vorhatten. Al-Turk hielt fest, dass die Franzosen, nachdem sie die mamelukkischen Ritter in Ägypten besiegt hatten (in einer Schlacht, bei der sie einige tausend mamelukkische Ritter abschlachteten, mit prachtvollen Turbanen und bewaffnet mit juwelen-verzierten Krummsäbeln, wobei sie selbst nur neunundzwanzig ihrer eigenen Männer verloren), eine „lange, verzierte Säule” in Kairos Al-Abajiyyah Park in der Nähe des Nil aufstellten, wo die Mamelukken ihre Paläste hatten. Die Franzosen, schrieb al-Turk, nannten diese Säule „den Baum der Freiheit, aber das Volk von Ägypten sagte: Es ist ein Zeichen für den Pfahl, der uns aufspießte als unser Königreich besetzt wurde.”

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Afghanistan: Es ist zu spät

The New York Review of Books. 18. Juni 2017

Von Ahmed Rashid

Als Donald Trumps Verteidigungsminister, James Mattis, diese Woche vor den Verteidigungsausschuss gerufen wurde um über den Konflikt in Afghanistan auszusagen, war er ungewöhnlich offen. „Wir gewinnen in Afghanistan gerade nicht.“ sagte er. Die Taliban führten eine entscheidende Offensive, gab er zu, die Sicherheitslage verschlechtert sich weiterhin, und die afghanische Regierung hält entschieden weniger Territorium als vor einem Jahr. Mit anderen Worten, Aussichten auf ein irgendwie geartetes positives Ende sind so entfernt, wie sie in diesem sechzehnjährigen Krieg noch nie waren – dem längsten Krieg in der amerikanischen Geschichte.

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Noch mehr Lärm um immer weniger

Erika Steinbach,im Gebinde mit dem ebenfalls ehemaligen CDU (jetzt AfD-) Politiker Alex „The Eber“ Gauland werden die Fahne für die Partei schwingen, deren Anliegen die echte (rechte) Alternative ist. Das die darin besteht, deutsche Werte bis zur letzten Kugel zu verteidigen, wird in Gaulands Zeitungsartikel schnell klar, ebenso, wessen Geistes Kind der Mann ist (s.o.).

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Die Auslöschung von Osama Bin Laden

von Seymour M. Hersh. Verso, 132pp, $19.95

The New York Review of Books. 29. September 2016

Von Ahmed Rashid

Am 01.Mai 2011 verkündete Präsident Obama, dass Osama bin Laden bei einer „gezielten Operation“ getötet worden sei, ausgeführt von einer „kleinen Gruppe Amerikaner“. Der Angriff habe stattgefunden, erklärte er, nachdem „Jahre mühseliger Arbeit unserer Nachrichtendienste“ bin Ladens Versteck in einem Gebäude in Abbottabad, Pakistan, enthüllt hatten. Obama sagte, der erfolgreiche Angriff sei „bis dato die wichtigste Leistung im Bemühen der Nation, al-Qaida zu besiegen.“

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Die urst betäubten Nazis

Antony Bevoor

AUSGABE 9.März 2017

Blitzed: Drugs in the Third Reich

von Norman Ohler, aus dem Deutschen übersetzt von Shaun Whiteside

Houghton Mifflin Harcourt, 292 S., $28.00

Norman Ohler, ein deutscher Autor und Filmemacher, wurde neugierig, als ein DJ in Berlin ihm erzählte, dass das Dritte Reich vor Drogen troff und nahelegte, dass jemand einen Film darüber machen sollte. Ohler begann sich in das Thema zu vertiefen, wollte erst einen Roman schreiben, entschied dann aber, es nicht fiktiv zu behandeln, auch wenn ihm die Übung im Historischen fehlte. Nachdem seine Forschungen in deutschen und amerikanischen Archiven Fortschritte gemacht hatten, wandte Ohler sich an einen der führenden deutschen Historiker der Nazizeit, den alten Hans Mommsen. Mommsen war von seinen Befunden begeistert und wurde sein inoffizieller Mentor.

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